Unesco
Dom von Siena
Die Kathedrale und ihre wunderbaren Kunstwerke

Der Dom von Siena ist eines der bedeutendsten Beispiele romanisch-gotischer Architektur in Italien. 

Siena ist die "Stadt der Heiligen Jungfrau Maria". Am 4. September 1260 fand die berühmte Schlacht von Montaperti zwischen Siena und Florenz statt. In ihrer Not baten die Sienesen die heilige Jungfrau um Hilfe und legten die Schlüssel der Stadt im Dom nieder. Siena gewann die Schlacht und wurde seitdem die "Stadt der Heiligen Jungfrau" genannt.

Die erste Kathedrale Sienas wurde am 18. November 1179 von Papst Alessandro III Bandinelli aus Siena geweiht. Aus dem Dezember 1226 stammen die ersten Dokumente über neue Bauarbeiten, wie zum Beispiel Belege für den Kauf von weißem und grünem Marmor, der typisch für den romanisch-toskanischen Stil ist.

Man hat den Beweis für eine Zahlung zugunsten Nicola Pisano (aus dem April 1259) gefunden. Nicola Pisano war einer der innovativsten Künstler des XIII Jahrhunderts. Er hat die berühmte achteckige Kanzel geschaffen, die sich heute im linken Querschiff befindet. Sein Sohn Giovanni Pisano hat in den Jahren 1285 bis 1297 den größten Teil der Fassade gestaltet: die Skulpturen von Propheten, Sibyllen und Philosophen, die die Fassade schmuckvoll verzieren, sind durch originalgetreue Kopien ersetzt worden; die Originale werden heute in Museo dell’Opera (Dommuseum) aufbewahrt. Die Fassade ist in zwei Hälften unterteilt. Die untere Hälfte besteht aus drei Eingangsportalen, die obere ist in drei Teile unterteilt, mit Fialen Giebelsäulen ausgeschmückt und einem großen kreisförmigen Fenster (Oculus) mittig über dem Hauptportal.

Die Kuppel wurde 1263 vollendet. Die Vierung ist jedoch 1667 komplett stilgetreu wieder errichtet worden.

Es ist unmöglich, die richtigen Worte zu finden, um die herrlichen Innenräume des Doms zu beschreiben. Der Fußboden der Kathedrale ist in seiner Art nahezu einmalig: "der schönste…, großartigste und wunderbarste… der je gemacht worden ist” (so lautet die Definition von Giorgio Vasari). Er besteht aus 56 Marmor-Paneelen mit biblischen Szenen. Sie können besonders die Intarsien und die Technik des Graffito bewundern. Der Fußboden wurde von Matteo di Giovanni, Domenico Beccafumi und Pinturicchio entworfen und von 1369 bis 1547 geschaffen. Er ist normalerweise geschützt und zugedeckt und wird nur einige Monate im Jahr freigelegt.

Nicola Pisano hat die großartige Kanzel (1268) geschaffen, sein Sohn Giovanni Pisano die Skulpturen der Fassade, Donatello eine Statue von Battista (Johannes dem Täufer) und die Pecci-Grabplatte; Michelangelo die Skulpturen San Pietro e San Paolo (Heilige Petrus und Paulus), San Pio e Sant’Agostino für den Piccolomini-Altar. Gian Lorenzo Bernini hat die Skulpturen Maria Maddalena und San Girolamo geschaffen, die sich in der Kapelle der Madonna del Voto befinden, wo Sie auch das Altarbild der Madonna del Voto bewundern können. Dieses Bild, von Dietisalvi di Speme, ist bei den Sienesen sehr beliebt. Duccio di Boninsegna hat das Glasfenster entworfen, das sich einst über der Apsis befand; das Original, das durch eine Kopie ersetzt worden ist, befindet sich heute in Museo dell’Opera del Duomo.

Die Piccolomini-Bibliothek (Libreria Piccolomini) ist höchst sehenswert. Hier befinden sich die berühmten Fresken von Pinturicchio (1505-1507), mit Szenen aus dem Leben des Papstes Pius II, und die Gewölbe mit Groteske-Ornamenten.

 

Adresse

Piazza del Duomo

53100 Siena

Telefon
+39 0577 286300
E-Mail
Web
Nützliche Informationen

Der Eingang zum Dom ist links von der Haupttreppe. Die Piccolomini- Bibliothek ist durch eine Rampe links vom Eingang zugänglich.

 

Preise und weitere Informationen:

https://operaduomo.siena.it/en/